Technische Textilien

Recycling von Smarten Textilien

Interview mit Sebastian Leis, STFI

1. Das STFI untersucht das Recycling von Smarten Textilien. Was darf man unter dem Begriff «Smarte Textilien» verstehen? Wir am Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) definieren für uns technische Smarte Textilien als Textilien mit Zusatzfunktionen, entweder zur Wandlung, Erzeugung oder dem Transport von Energie oder zur Reaktion auf äußere Einflüsse.

2. Welche Stoffe müssen recycelt werden und welche Herausforderungen müssen dazu gemeistert werden? Als Stoffe sind textile Grundmaterialien zu erwarten. Des Weiteren Metalle, Carbonfasern, aber auch Kunststoffe bis hin zu textilfremden Bestandteilen, wie Verbindungsteile, Reißverschlüsse, Knöpfe etc. Theoretisch ist alles rückführbar, aber nur für wenige Stoffe ist bzw. wird das ökonomisch umsetzbar und ökologisch sinnvoll sein. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird die Entwicklung energieeffizienter Rückgewinnungsmethoden und deren ökologische und ökonomische Bewertung im Gesamtsystem der Wertstoffe sein.

3. Welche Lösungsansätze sind denkbar und welche Ansätze wird das STFI untersuchen? Aufgrund der Heterogenität der Produkte sind Lösungsansätze aus allen Recyclingbranchen wichtig. Mechanische, chemische und thermische Prozesse werden eine Rolle in der Behandlung der  Abfälle spielen müssen. Wir werden uns in alle Felder mit unseren Erfahrungen einbringen, wobei das mechanische Aufbereiten und Trennen einen großen Raum einnehmen wird.

4. Mit welchen Partnern kooperiert das STFI hierzu und welchen Part übernimmt welcher Partner? Wir arbeiten mit einem großen Netzwerk an Partnern zusammen. Das sind Unternehmen aus Textilsortierung und –recycling, Aufbereitungsmaschinenbau, Elektrotechnik und Sensorik, Forschungspartner aus dem In- und Ausland, maßgeblich auf europäischer Ebene. Und natürlich mit der teils sehr kleinteiligen Textil- und Kunststoffindustrie. 

5. Welche Ziele sollen bis wann erreicht werden, wie ist die Roadmap? In fünf Jahren wollen wir zu den führenden Textilforschungsunternehmen im Themenbereich technischer Smart Textiles gehören. Parallel werden wir sowohl weiter in den Ausbau unserer Erfahrungen als Ansprechpartner der Industrie als auch in ein semi-industrielles Anlagensystem für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit investieren.

6. Wie lange wird insgesamt geforscht? Forschungsaufgaben sind endlos – aus jedem Ergebnis erwachsen neue Herausforderungen und weitere, teils sehr clevere, Lösungsansätze, die vor der Forschungsaufgabe nicht erkennbar waren.

Wichtig für uns  sind dabei immer die Kooperation und der Input der Industrie, die unsere Forschungsschwerpunkte bestimmen. “

Herr Leis, danke für das Interview.

Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), An-Institut der Technischen Universität Chemnitz, D-09125 Chemnitz, www.stfi.de

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